Arbeitskollegen

 

Lucy van Hole mit dem Watschelente-Gang –

der Teufel konnte sie nicht mehr ertragen –

ihr Hirnschmalz war am Popo hinten dran –

denn A...loch darf man niemals sagen.

 

Mister Keramik hat viel Porzellan zerschlagen –

drei Jahre hatten wir uns nichts zu sagen –

sein Onkel war Abteilungsleiter –

er war der schönste Hilfsarbeiter.

 

Arbeiterdenkmal Didi mit dem Dackelblick –

zum Frühstück zog er sich Erika Berger rein –

bis Mittag hat er sich im Klo verdrückt –

zum Feierabend ging er mittags heim.

 

Mike Yorkville und sein Traum von Manhattan –

doch selbst Hamburg schien so fern –

es klang nach hoher See und fernen Städten –

doch es war nur Maschinenlärm.

 

Karl von critic war permanenter Kritiker –

schuld waren oft auch die Politiker –

doch auch der Metzger hatte ihn betrogen –

der hat zur Wurst die Tüte mit verwogen.

 

Tankwart-Ade mit dem Cowboyhut –

Benzin im truck und Bier im Blut –

der Trucker war auch dumm genug –

selbst schuld wenn er den Motor starten tut.

 

Lady Spritzkack in der Porzellanabteilung –

konsumierte täglich eine Rolle Klopapier –

von dieser Lady hab ich keine gute Meinung –

Montezuma, für deine Rache dank ich dir.

 

Umschüler Rick und sein süsses Leben –

zum Lernen braucht man Lust und Glück –

der Lehrer hat ihn aufgegeben –

und Mutti will ihn nicht zurück.

 

Arshley Loch-Lecken und sein innerer Zwang –

kein Blick zurück, kein Auf Wiedersehen –

während viele nur reden hat er es getan –

Rucksack nehmen und gehen.

Meine Arbeitskollegen aus 4 Jahrzehnten, da gibt es vieles zu erzählen. Sicher habe ich mich nicht immer kollegial verhalten. Die Facetten der Charaktere sind unergründlich, manch Psychologen würden daran kapitulieren - oder munter weiter abkassieren. Therapierbar oder nicht, meist ist man ja selbst mit schuld, denn ohne Opfer keine Täter. Sachlich und ohne Emotionen kann ich sagen, es gab Unwahrheit-Sager, Chefbeschwerer (bis die Amis uns das Mobbing brachten), Messerwerfer, limitierte Alleskönner, ungelernte Fachkräfte, Maulwürfe, Dauerschweiger, Meisterleerer, Welterklärer, permanente Alleskritiker.

Datenschutz: Namen, Fotos, Inhalte sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären rein zufällig.

1. Lucy van Hole: In dieser Firma traf ich auf Lucy van Hole, die Watschelente.  Sie erzählte von ihrer Lehrzeit, doch sie war ungelernt, wie ich Jahre später erfuhr.
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2. Mister Keramik: In dieser Firma traf ich auf Mister Keramik, mit dem ich in drei Jahren so gut wie nicht gesprochen hatte, war ungelernt, kam durch Beziehungen an den Hilfsarbeiter-Job.
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3. Arbeiterdenkmal Didi: In dieser Firma hatte ich es mit Arbeiterdenkmal Didi zu tun. Der hatte vor Arbeitsbeginn nichts Besseres zu tun, als Erika Berger im Frühstücks-TV zu glotzen. Den Kunden hatte er dann erzählt, was er am Morgen alles gelernt hat… .
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4. Mike Yorkville: Mein netter Kollege war Mike Yorkville (Yorkville - Stadtteil von Manhattan), er träumte von New York und Manhattan, und sprach permanent  von schweren Einsätzen in Manhattan… . Übrigens ein bewegender Anblick, an diesen Poliermaschinen hatten bereits mein Vater, Onkel, Bruder gearbeitet. Das Bild stammt aus einer Insolvenzseite im internet. Ich hatte nebenan gearbeitet, u.a. an dieser Bohrmaschine (s.w.Foto). 
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5. Karl von critic: In dieser Firma traf ich auf Karl von critc. Ein permanenter  Alleskritiker:  Zur Spätschicht fährt Karl von critik vor im Sportwagen. Doch seine Kunden "versperren" ihm den Weg zu "seinem" Parkplatz, in Rambo-Manier hupt er sich den Weg frei. Unser Chef war Zeuge der Aktion, hat ihn zur Rede gestellt. Doch es gibt Leute, die kann niemand ändern - man muss sich immer selbst erst ändern. Demnach müsste sich in diesem Fall also der Kunde ändern - oder verändern, und zukünftig woanders einkaufen. Karl von critic war sich keiner Schuld bewusst, unser beider Spätschicht hatte noch nicht begonnen, doch er war bereits auf Betriebstemperatur... .
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6. Tankwart-Ade: In dieser Firma traf ich auf Tankwart-Ade, der hatte zu viel Bier getankt und Benzin  in den Diesel truck getankt. Er war Fan von Tom Selleck (Magnum) und wollte eines Tages nach “Neu York“, da dort “alles besser“ sei. 
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7. Lady Spritzkack: In dieser Firma traf ich auf Lady Spritzkack, niemals zuvor oder danach hatte mich ein Mensch so enttäuscht, der Vierzeiler ist fast schon ein Kompliment.  Sie hat viel Porzellan zerschlagen. Damit kannte sie sich aus, mit dem stillen Örtchen, der sogenannten “Porzellanabteilung“. 
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8. Umschüler Rick: Die halbe Nacht TV geglotzt, gegen 10:00 Uhr das Klassenzimmer betreten und weiter geschlafen. In Erinnerung bleibt seine abgewetzte braune Ledertasche, die er zum Schulranzen umfunktioniert hatte. Prüfung hat er nicht geschafft… .
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9. Arshley (meist weiblicher, auch männlicher Vorname) Loch-Lecken (deutscher Doppelname). Gemeint ist hier jemand mit einem L.m.a.A.-Gefühl dem job gegenüber. Einfach gehen, diese Gedanken sind sicher nicht selten, die wenigsten machen es. Einst hatte ich einen Kollegen, der nicht nur redete, sondern handelte. Es war skurril, kein Blick zurück, kein Good Bye, er packte seinen Rucksack und ging während der laufenden Produktion im Betrieb. Ich habe ihn dafür verwunschen, denn seine Aktion war mit Stress und Mehrarbeit verbunden. Heute, mit Abstand muss ich sagen, es war hart für alle Beteiligten – aber er hat richtig gehandelt.  
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